Ein bayerisches Start-up schickt seine Rakete „Spectrum“ am Montagabend vom norwegischen Andøya ins All – nach vielen Verschiebungen.
Was ist passiert? Das Unternehmen Isar Aerospace aus Ottobrunn bei München will am Montagabend seine Rakete „Spectrum“ testen. Der Start erfolgt von Norwegen aus, auf der Insel Andøya. Es ist bereits der vierte Anlauf, weil vorher immer etwas dazwischenkam: ein kaputtes Ventil im Januar, ein Fischerboot, das die Sicherheitszone nicht rechtzeitig verließ, im März, und im April ein leckes Bauteil. Beim ersten Testflug im vorigen Frühjahr stürzte die Rakete nach 30 Sekunden ins Meer. Jetzt sind fünf kleine Satelliten und ein Experiment an Bord. Eine Rakete ist im Grunde eine Art sehr großer, sehr starker Motor, der eine Nutzlast – also Satelliten oder Forschung – nach oben ins All bringt. Der Bereich, in dem solche Satelliten die Erde umkreisen, heißt erdnahe Umlaufbahn.
Was steckt dahinter? Isar Aerospace möchte, dass Europa künftig eigene Raketen baut. Bisher bringen vor allem Raketen des US-Unternehmens SpaceX europäische Satelliten ins All. Wenn eine eigene Rakete funktioniert, wäre Europa weniger auf andere Länder angewiesen. Das Unternehmen plant langfristig den Bau von bis zu 40 Raketen pro Jahr. SpaceX hat nach Angaben von Isar Aerospace vier Testflüge gebraucht, bis alles klappte. Das Team aus Bayern will es schneller schaffen.
