In Reichenau bringt eine Theaterinszenierung eine berühmte Novelle über das Leben eines Trinkers auf die Bühne – und das Publikum feiert den Hauptdarsteller.

Was ist passiert? In Reichenau wurde die Novelle „Die Legende vom heiligen Trinker" von Joseph Roth auf die Bühne gebracht. Sie erzählt die Geschichte von Andreas, einem obdachlosen Mann in Paris, der unter Brücken schläft und trotzdem versucht, sein Leben in den Griff zu bekommen. Der bekannte Schauspieler Joseph Lorenz spielt diese Rolle und bekam dafür vom Publikum stehenden Beifall. Die Vorstellung dauert 100 Minuten ohne Pause und nutzt Akkordeonmusik sowie das berühmte Chanson „Les feuilles mortes", um die Stimmung von Paris einzufangen.

Wer hilft? Regisseurin Alexandra Liedtke hat das Stück für die Bühne umgeschrieben. Sie hat nicht nur den Originaltext verwendet, sondern auch Briefe des Schriftstellers Stefan Zweig an Roth eingebaut. Zweig versuchte damals, seinem Freund zu helfen, damit er mit dem Trinken aufhört. Auf der Bühne stehen außerdem Julienne Pfeil, die mehrere Rollen spielt, und Oliver Urbanski, der die Musik macht und eine Figur verkörpert, die für die Sucht steht. So entsteht ein einfühlsames Bild von einem Menschen, der nicht aufgeben will.