Der ORF hat einen neuen Chef: Clemens Pig übernimmt 2027 die Leitung des größten öffentlich-rechtlichen Senders Österreichs.

Stell dir vor, jemand soll den größten Fernsehsender eines Landes leiten – mit vier TV-Kanälen, zwölf Radioprogrammen, einer Streaming-Plattform und einer großen Nachrichten-Website. Genau diese Aufgabe bekommt Clemens Pig. Er ist 52 Jahre alt, kommt aus Tirol und hat in Innsbruck Politikwissenschaft studiert. Die letzten zehn Jahre hat er die Nachrichtenagentur APA geführt. Jetzt haben ihn 35 Mitglieder des ORF-Stiftungsrats gewählt, und zwar nach einer Sitzung, die über 15 Stunden gedauert hat. Er tritt das Amt im Jahr 2027 an. Das ist das erste Mal seit sehr langer Zeit, dass jemand den ORF von außen leitet, also nicht aus dem Sender selbst kommt.

Gleichzeitig steht der ORF unter Druck: Der Staat streicht ab 2027 einen jährlichen Zuschuss von 93 Millionen Euro. Das klingt erst mal nach einer großen Zahl. Damit du dir das vorstellen kannst: Laut "Kurier" entspricht das ungefähr den Produktionskosten von 49 Tatort-Folgen. Der ORF muss also sparen, vielleicht fallen Sendungen weg oder es werden Stellen abgebaut. Außerdem hatte der frühere ORF-Chef Roland Weißmann das Unternehmen verlassen müssen, weil es Vorwürfe wegen sexueller Belästigung gab. Die aktuelle Übergangschefin Ingrid Thurnher räumt diese Altlasten auf und lässt weitere Vorwürfe gegen Führungskräfte untersuchen.