Die Verhandlungen über den neuen Kollektivvertrag in der österreichischen Chemiebranche sind erneut gescheitert, deshalb weiten die Gewerkschaften ihre Streiks aus.

Was ist passiert? In der Chemiebranche in Österreich wird seit Monaten über neue Löhne und Gehälter verhandelt. Der Kollektivvertrag, also der schriftliche Vertrag über Mindestlöhne und Arbeitsbedingungen, hätte eigentlich schon am 1. Mai in Kraft treten sollen. In der siebenten Verhandlungsrunde haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaften aber nicht einigen können. Die Gewerkschaften PRO-GE und GPA, die die Beschäftigten vertreten, finden das Angebot der Arbeitgeber zu niedrig. Die Arbeitgeber argumentieren, dass es der Branche wirtschaftlich schlecht geht. Deshalb werden ab nächster Woche die Streiks in den Betrieben ausgeweitet, also zeitweise die Arbeit niedergelegt.

Wer hilft? Die Gewerkschaften PRO-GE und GPA vertreten die Interessen der Beschäftigten und verhandeln mit dem Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO), dem Verband der Arbeitgeber. Hubert Bunderla von PRO-GE und Mario Mayrwöger von GPA führen die Gespräche für die Beschäftigten. Auf der anderen Seite verhandelt Ernst Gruber für die Arbeitgeber. Beide Seiten suchen eine Lösung, die wirtschaftlich tragbar ist und trotzdem faire Löhne sichert. Die Chemiebranche ist mit rund 230 Unternehmen und mehr als 50.000 Beschäftigten ein wichtiger Teil der heimischen Industrie.