Julia Klöckner, die Präsidentin des Bundestags, findet, dass manche Abgeordnete zu viel Wert auf soziale Medien legen – und zu wenig auf die eigentliche Debatte im Parlament.
Stell dir vor, du sitzt in der Schule und jemand hält einen Vortrag, redet aber nicht mit der Klasse, sondern filmt sich dabei für Tiktok. Genau das kritisiert Julia Klöckner gerade. Sie ist die Präsidentin des Bundestags und sagt: Im Parlament soll es um Argumente gehen, nicht um Klicks. Klöckner findet, dass es nicht okay ist, wenn das Parlament zur Bühne für das nächste Tiktok-Video wird. Wörtlich sagte sie, Abgeordnete würden in Reden manchmal ihre Follower begrüßen, statt mit den Kolleginnen und Kollegen im Saal zu sprechen.
Klöckner weiß aber auch, dass die Online-Netzwerke viel Druck auf Politiker ausüben. Wer viele Likes bekommt, fühlt sich bestätigt, und wer laut ist, bekommt mehr Aufmerksamkeit. Genau das sieht sie kritisch. Ihrer Meinung nach entsteht Vertrauen nicht durch Lautstärke und Zuspitzung, sondern durch Verlässlichkeit und Ernsthaftigkeit. Das Bundestagsplenum sei schließlich das Schaufenster der Demokratie und keine Influencer-Agentur, so Klöckner.
