Ein österreichischer Imam muss sich in Wien vor Gericht verantworten, weil er laut Anklage eine Terrororganisation unterstützt und zum Hass auf Jüdinnen und Juden aufgerufen haben soll.

Was ist passiert? Die Staatsanwaltschaft Graz hat einen Mann angeklagt, der in Wien als Imam gearbeitet hat. Ihm wird vorgeworfen, die Hamas – eine Gruppe, die von der EU und vielen anderen Staaten als Terrororganisation eingestuft wird – gelobt und zum Verschwinden Israels aufgerufen zu haben. Er soll geschrieben haben: "2020 wird eine noch nie da gewesene Renaissance beginnen, 2027 wird Israel vom Erdboden verschwinden, durch die Hand von Männern, die sich Gott verschrieben haben." Der Prozess beginnt am 17. Juni in Wien. Es ist die erste Anklage im Zusammenhang mit der großen Polizeiaktion "Luxor" aus dem Jahr 2020.

Wer hilft? Die Justiz in Österreich übernimmt die Aufklärung. Die Staatsanwaltschaft Graz hat die Anklage eingebracht, Gerichte in Graz haben 2021 außerdem festgestellt, dass Teile der damaligen Razzien rechtswidrig waren. Das zeigt: Auch die Behörden müssen sich an Gesetze halten. Schulen, Jugendorganisationen und Initiativen gegen Antisemitismus und Radikalisierung bieten jungen Menschen Informationen und Unterstützung, wenn sie Fragen zu solchen Themen haben.