Andy Burnham, früher Bürgermeister von Manchester, wird am Montag in Großbritannien zum neuen Premierminister ernannt und löst damit Keir Starmer ab.
In Großbritannien steht ein politischer Wechsel an: König Charles III. wird Andy Burnham am Montagvormittag offiziell beauftragen, eine neue Regierung zu bilden. Der 56-Jährige folgt auf Keir Starmer, der erst im Juni nach schlechten Wahlergebnissen seinen Rücktritt angekündigt hatte. Die Labour-Partei hatte Burnham bereits am Freitag zu ihrem neuen Vorsitzenden gewählt, und nun zieht er in die berühmte Downing Street Nummer 10 ein. Schon vor seiner Rede wurde sein Manuskript veröffentlicht – er will den Briten "mehr Luft zum Atmen" bei finanziellen Entscheidungen versprechen und spricht von einem Moment der "Reflexion und Entschlossenheit".
Damit ist Burnham bereits der siebte Premierminister innerhalb von zehn Jahren – nach Theresa May, Boris Johnson, Liz Truss, Rishi Sunak und zuletzt Keir Starmer. Auffällig ist: Vor seinem Wechsel nach London war Burnham neun Jahre lang Bürgermeister der Großstadt Manchester und trug dort den Spitznamen "King of the North". In dieser Zeit wuchs Manchesters Wirtschaft überdurchschnittlich, und die Armut in einigen Stadtteilen ging zurück. Im Unterhaus kann er sich auf die fast geschlossene Unterstützung der Labour-Abgeordneten verlassen.
Außenpolitisch zeichnen sich erste Linien ab: Burnham hat sich für eine engere Zusammenarbeit mit europäischen Ländern in der Sicherheitspolitik ausgesprochen und will zugleich den Druck auf Israel erhöhen – etwa durch Sanktionen und ein Handelsverbot für Waren aus illegalen Siedlungen. Auch zur Ukraine will er den bisherigen Kurs fortsetzen und Selenskyj weiter unterstützen. Gegenüber den USA bleibt die Beziehung allerdings angespannt: Donald Trump sagte, er kenne Burnham gar nicht und sei wohl nur Bürgermeister einer kleineren Stadt. Andererseits ist Großbritannien über das Five-Eyes-Netzwerk eng mit Washington verknüpft, vor allem beim Thema Sicherheit. Fachleute wie Mihir Sharma vom IPPR raten Burnham, neue Partner in der EU zu suchen – etwa die nordischen Länder oder Polen.
