In Seoul muss sich der Besitzer eines Spitzenrestaurants vor Gericht verantworten, weil er jahrelang Ameisen auf einem Dessert serviert haben soll.

Stell dir vor, du gehst in ein richtig teures Restaurant und bekommst ein Sorbet – und darauf sitzen kleine Ameisen. Genau das soll in einem Restaurant in Seoul passiert sein, das zwei Michelin-Sterne hat. Die Staatsanwaltschaft sagt: Von 2021 bis Anfang 2025 wurde das Dessert mehr als 12.200-mal so serviert. Dafür wurden laut Schätzung etwa 41.000 Ameisen aus den USA und Thailand importiert und verarbeitet. Der Besitzer gibt zu, dass er Ameisen verwendet hat, sagt aber, dass längst nicht jeder Gast sie auch bekommen habe.

In Südkorea ist genau geregelt, welche Insekten man essen darf. Auf der Liste stehen zum Beispiel Heuschrecken und bestimmte Grillen. Ameisen stehen nicht drauf – auch weil die Behörden bei ihnen gesundheitliche Risiken sehen. Laut einem Zeitungsbericht sollen die Ameisen bis zu 55-mal mehr Schwermetalle enthalten haben als andere erlaubte Insekten. Ob das den Gästen wirklich geschadet hat, weiß aber niemand genau.

In anderen Ländern ist das übrigens ganz anders: In Kolumbien werden bestimmte Ameisenköniginnen "Kaviar der Anden" genannt, und in Thailand oder Kambodscha landen Weberameisen in Suppen oder Currys. Die Verteidigung argumentiert, dass auch Spitzenrestaurants in Australien, Däneden und Großbritannien mit Ameisen kochen.