Amazon erhöht ab September die Stundenlöhne in seinen deutschen Logistikzentren, die Gewerkschaft Verdi fordert aber weiterhin einen Tarifvertrag.
Was ist passiert? Amazon hat angekündigt, die Löhne für seine Logistikbeschäftigten in Deutschland ab September zu erhöhen. Wer schon mindestens zwei Jahre im Unternehmen arbeitet, bekommt dann im Schnitt 18,87 Euro pro Stunde. Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter starten mit 16,66 Euro pro Stunde. Die Wochenarbeitszeit liegt zwischen 35 und 40 Stunden. Amazon beschäftigt in Deutschland insgesamt mehr als 40.000 Menschen – Tendenz steigend. Das Unternehmen hat außerdem neue Standorte in Könnern (Sachsen-Anhalt) und Zweibrücken (Saarland) angekündigt, an denen jeweils rund 1.000 Jobs entstehen sollen.
Was sagt Verdi? Die Gewerkschaft Verdi findet die Erhöhung nicht genug. Verdi-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer sagt: "Trotz der Lohnerhöhungen bleibt es dabei: Die Beschäftigten fordern rechtsverbindliche Tarifverträge des Einzel- und Versandhandels und Verhandlungen auf Augenhöhe." Verdi will, dass Amazon einen Tarifvertrag unterschreibt – also verbindliche Regeln zu Löhnen und Arbeitszeiten, die zwischen Gewerkschaft und Arbeitgeber ausgehandelt werden. Bisher macht Amazon das nicht und legt seine Löhne selbst fest. Außerdem fordert Verdi, dass Paketboten direkt bei den Logistikkonzernen angestellt werden und nicht für Subunternehmer arbeiten müssen, die im Auftrag von Amazon fahren.
