Bei der Tour de France hat der Belgier Remco Evenepoel das Zeitfahren gewonnen – sein deutscher Teamkollege Florian Lipowitz ist nach einem Sturz mit gebrochenem Schlüsselbein ausgeschieden.

Die 16. Etappe war ein Einzelzeitfahren über rund 26 Kilometer. Evenepoel brauchte knapp über 32 Minuten und lag am Ende 28 Sekunden vor dem Zweiten. Für den Belgier war es der vierte Tagessieg bei dieser Tour de France. In der Gesamtwertung liegt er jetzt auf Platz zwei, rund viereinhalb Minuten hinter Spitzenreiter Tadej Pogačar.

Lipowitz, der im Vorjahr Dritter der Gesamtwertung war, kam in einer schnellen Rechtskurve zu Fall, rutschte mit dem Vorderrad weg und krachte in die Absperrgitter. Dabei brach er sich das Schlüsselbein und zog sich Abschürfungen und eine Schulterverletzung zu. Er wurde noch in der Nacht im Krankenhaus operiert und bleibt dort voraussichtlich bis Donnerstag.

Sein Teamchef Ralph Denk sagte: „Es geht ihm gut, ich habe schon persönlich mit ihm sprechen können.“ Er rechne damit, dass Lipowitz noch in diesem Jahr wieder Rennen fahren kann. Sein früherer Teamkollege Simon Geschke erklärte, ein Schlüsselbeinbruch sei „die dankbarste Verletzung“, weil sie meistens gut heile. Lipowitz werde „sicherlich stärker zurückkommen“.

Für den Rest der Saison sieht es trotzdem eng aus: Die Vuelta a España läuft vom 22. August bis 13. September, die Weltmeisterschaften finden vom 20. bis 27. September in Montreal statt. Denk sagt klar: „Für die letzten Höhepunkte in dieser Saison wird es kaum reichen.“ Beim Giro di Lombardia am 10. Oktober könnte es vielleicht für ein Comeback reichen.