Nach einem schweren Erdbeben in Venezuela haben Helfer einen kleinen Jungen lebend aus den Trümmern gezogen – ein seltenes gutes Zeichen inmitten einer großen Katastrophe.

Vor fast einer Woche hat ein starkes Erdbeben den Nordküstenbereich von Venezuela erschüttert. Zwei Beben hintereinander – zuerst die Stärke 7,2, dann direkt 7,5 – haben ganze Stadtteile dem Erdboden gleichgemacht. Besonders betroffen ist die Hafenstadt La Guaira, in der viele Häuser einfach zusammengefallen sind. Offizielle Behörden sprechen mittlerweile von mehr als 2.295 Toten und mehr als 11.000 Verletzten. Nach UN-Angaben werden außerdem über 50.000 Menschen noch vermisst. Das sind sehr hohe Zahlen, die zeigen, wie groß die Katastrophe ist.

Doch es gibt auch Lichtblicke: Sechs Tage nach den Beben hat ein Team aus Jordanien einen dreijährigen Jungen aus den Trümmern eines Hauses in der Hauptstadt Caracas geborgen. Er bekam sofort Erste Hilfe und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Solche Rettungen sind extrem selten, weil die meisten Verschütteten die ersten Tage ohne Wasser und Nahrung nicht überleben – nach 72 Stunden sinken die Chancen rapide. Deshalb feiern Helfer diese Rettung als kleines Wunder. Auch aus El Salvador kam eine gute Nachricht: Einsatzkräfte haben einen 44-jährigen Mann nach stundenlanger Suche in den Trümmern eines Einkaufszentrums lebend gefunden und über einen Schlauch mit Wasser versorgt. Inzwischen sind Helfer aus über 30 Ländern im Katastrophengebiet aktiv, darunter auch das deutsche Technische Hilfswerk (THW). Sie suchen mit Spürhunden und Spezialgeräten, räumen Trümmer frei und kümmern sich um Verletzte.