Die Datenschutzorganisation noyb klagt gegen die Kreditauskunft CRIF – und du könntest betroffen sein.

Die Organisation noyb hat diese Woche eine Klage gegen die Firma CRIF eingereicht. CRIF sammelt Daten über erwachsene Personen in Österreich und berechnet daraus einen sogenannten Credit Score – also eine Zahl, die angeben soll, wie wahrscheinlich es ist, dass jemand eine Rechnung nicht bezahlt. noyb kritisiert: In den meisten Fällen hat CRIF gar keine echten Finanzdaten, sondern bewertet vor allem Alter, Geschlecht und Wohnort. Das soll laut noyb gegen den Datenschutz verstoßen. Auf ihrer Website bewirbt CRIF eine "präzise" Überprüfung der Kreditwürdigkeit. Der Konzern wurde 1988 in Italien gegründet, ist in mehr als 40 Ländern tätig und besitzt in Österreich rund 9,7 Millionen Datensätze.

noyb wurde 2017 vom Datenschutzaktivisten Max Schrems gegründet. Die Organisation hat sich schon erfolgreich gegen große Tech-Firmen wie Meta durchgesetzt. Schrems sagt: Wer keinen Score hat, kann zum Beispiel keine Kreditkarte bekommen. Deshalb will noyb, dass CRIF die Daten entweder löscht oder Schadenersatz zahlt – rund 500 Euro pro betroffener Person. Im zweiten Halbjahr soll zusätzlich eine große Sammelklage starten, die größte, die es in Österreich je gab. Teilnehmen kann man schon ab Dienstag, die Teilnahme kostet nur Geld, wenn die Klage Erfolg hat.