Eine österreichische Firma für Firmeninformationen steht im Verdacht, fast 19 Jahre lang Preise mit Konkurrenten abgesprochen zu haben. Die Wettbewerbsbehörde will jetzt eine Strafe von 90.000 Euro.
Stell dir vor, du verkaufst etwas in der Schule und ein paar Leute reden heimlich darüber, was der „richtige" Preis ist. Genau das ist im Großen gerade in Österreich passiert, nur mit Datenbanken, in denen Infos über Firmen gespeichert sind. Die Bundeswettbewerbsbehörde (kurz BWB) hat der Firma Creditreform vorgeworfen, sich von Juli 2002 bis April 2021 mit anderen Firmen über Preise und Kunden abgesprochen zu haben. Das ist verboten, weil es den Wettbewerb verzerrt – also dafür sorgt, dass Konkurrenten sich nicht mehr fair messen müssen.
Die Firma Creditreform hat allerdings zugegeben, dass die Vorwürfe stimmen, und mit der Behörde kooperiert. Das hat der BWB die Arbeit leichter gemacht. Creditreform hat außerdem gesagt, dass die Firma bei den Datenbanken nur eine kleine Rolle gespielt hat. Deshalb fällt die Strafe viel niedriger aus, als sie eigentlich hätte sein können: Theoretisch wären bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes möglich gewesen, beantragt sind jetzt aber nur 90.000 Euro. Eine andere Firma namens Bureau van Dijk hatte die Behörde überhaupt erst auf den Verdacht aufmerksam gemacht. Dafür bekam sie als „Kronzeuge" ebenfalls einen Strafnachlass.
