Im Fall einer 2024 getöteten Frau in Tangermünde läuft eine große DNA-Untersuchung, die bisher noch keine Spur zum Täter gebracht hat.
Im Juni 2024 wurde eine 61-jährige Frau tot in ihrer Wohnung in Tangermünde in Sachsen-Anhalt gefunden. Die Polizei geht davon aus, dass sie Opfer eines Gewaltverbrechens wurde. Am Tatort sicherten die Ermittler eine DNA-Spur, also winzige Spuren von Erbmaterial, die von einem unbekannten Mann stammen. In der bundesweiten DNA-Datenbank wurde niemand gefunden, der zu dieser Spur passt. Deshalb ordnete ein Richter eine sogenannte Reihenuntersuchung an: Alle Männer in einem bestimmten Umkreis, die zwischen 17 und 75 Jahre alt sind, wurden angeschrieben. Rund 1.500 Männer haben daraufhin eine Speichelprobe abgegeben, damit ihre DNA mit der Spur verglichen werden kann.
Die Polizei in Stendal, die in dem Fall ermittelt, hat klare Aufgaben: Sie wertet die Speichelproben aus und prüft, ob eine davon zur Tatortspur passt. Außerdem schreibt die Polizei jetzt andere Bundesländer an. Hintergrund: Einige Männer, die eine Einladung bekommen hatten, sind in der Zwischenzeit umgezogen oder hatten in Tangermünde nur einen Zweitwohnsitz. Damit auch sie eine Probe abgeben können, werden die Anfragen an die zuständigen Stellen außerhalb Sachsen-Anhalts geschickt. Hinweise aus der Bevölkerung nimmt die Polizei weiterhin telefonisch und online entgegen. Das bedeutet: Die Behörden arbeiten aktiv daran, den Fall aufzuklären, und lassen die Bevölkerung dabei nicht im Ungewissen.
