Eine große Recherche zeigt: Russland setzt frühere Wagner-Kämpfer und Geheimdienstleute auf Öltankern ein, die durch die Ostsee fahren.
Was ist passiert? Journalistinnen und Journalisten aus mehreren Ländern – darunter der NDR und die Süddeutsche Zeitung – haben über Monate recherchiert. Sie haben herausgefunden, dass auf 83 Plätzen auf russischen Schattentankern Personen sitzen, die offiziell als Helfer, Techniker oder Sicherheitsleute arbeiten. Tatsächlich aber haben 18 von ihnen vorher als Wagner-Söldner in Syrien oder in der Ukraine gekämpft. Fünf weitere sollen sogar für russische Geheimdienste wie den GRU oder den FSB gearbeitet haben. Eine Seemannsausbildung hatte laut der Recherche niemand von ihnen. Die Schattenflotte besteht aus Tankern, die oft unter anderer Flagge fahren und russisches Öl transportieren, obwohl viele westliche Staaten das mit Sanktionen verbieten wollen.
Wer hilft? Mehrere Ostsee-Staaten, darunter auch Deutschland, haben ihre Kontrollen in den vergangenen Wochen deutlich verschärft. Die deutsche Bundespolizei überprüft Schiffe und Besatzungen direkt an Bord. Mehrere Tanker wurden dabei schon festgesetzt oder beschlagnahmt. Auch Investigativ-Journalistinnen und -Journalisten tragen dazu bei, dass solche Machenschaften überhaupt auffliegen: Sie haben sich als Bewerber einer russischen Ölfirma ausgegeben und so mit den Wachen gesprochen. Ihre Recherche wurde am Dienstag unter dem Titel "Die Söldner der Schattenflotte" veröffentlicht.
