Die US-Regierung hat zwei extrem leistungsfähige KI-Modelle der Firma Anthropic unter Exportkontrolle gestellt – G7-Länder wie Deutschland und Großbritannien dürfen sie vorerst nicht mehr nutzen.
Was ist passiert? Die Firma Anthropic, bekannt für ihren Chatbot Claude, hat vor Kurzem zwei neue KI-Modelle namens Fable 5 und Mythos 5 veröffentlicht. Nur drei Tage später hat die US-Regierung diese Modelle für alle Nutzer außerhalb der USA gesperrt – und sogar für ausländische Personen innerhalb der USA. Der Grund: Es soll einen möglichen "Jailbreak" geben, also einen Weg, die Sicherheitsregeln der KI auszuhebeln. Die US-Behörden sehen darin ein Risiko für die nationale Sicherheit. Weil Anthropic nicht nach Nationalität filtern kann, wurden die Modelle weltweit deaktiviert.
Wer hilft, das Problem zu lösen? Es laufen Gespräche zwischen dem Weißen Haus und Anthropic-CEO Dario Amodei, um eine Lösung zu finden. Großbritanniens Premierminister Keir Starmer hat sich beim G7-Gipfel in Frankreich für eine Ausnahme eingesetzt – die US-Regierung lehnte das aber ab. In Europa diskutieren Politik und Wirtschaft über mehr "digitale Souveränität", also über eigene KI-Modelle, die unabhängig von den USA sind. Expertinnen wie Myriam Dunn Cavelty von der ETH Zürich begleiten die Debatte.
