Acht Jahre nach dem Einsturz der Morandi-Brücke in Genua hat ein Gericht den früheren Chef der zuständigen Autobahngesellschaft zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt.
Im August 2018 ist in der italienischen Hafenstadt Genua ein großes Stück der Morandi-Brücke eingestürzt. 43 Menschen sind damals gestorben, viele weitere wurden verletzt. Die Brücke war über 50 Jahre alt und nach Meinung von Fachleuten schlecht gewartet worden. Nach dem Unglück mussten rund 700 Menschen ihre Wohnungen verlassen, weil die Brücke nicht mehr sicher war. An ihrer Stelle steht seit 2020 eine neue Brücke mit 43 Lichtmasten – einer für jedes Todesopfer.
Seit dem Unglück haben Angehörige, Anwälte und ein Gericht versucht, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Das Verfahren hat vier Jahre gedauert, mit 283 Verhandlungstagen und einem riesigen Zelt im Innenhof des Gerichts. Am Ende stand das Urteil: Insgesamt fast 200 Jahre Gefängnis für die Verurteilten, darunter zwölf Jahre für den früheren Chef der Autobahngesellschaft Autostrade per l'Italia. 25 der 57 Angeklagten wurden allerdings freigesprochen. Die Angehörigen der Opfer haben das Urteil mit gemischten Gefühlen aufgenommen: Einige fanden es wichtig, dass endlich eine Entscheidung gefallen ist, andere fanden die Strafe zu mild.
Du kannst dazu beitragen, dass solche Katastrophen in Zukunft seltener passieren: Informiere dich über den Zustand von Brücken und Straßen in deiner Umgebung, achte auf Warnschilder und melde verdächtige Schäden. In sozialen Medien kannst du seriös über Infrastruktur-Themen berichten und Hintergründe einordnen, statt nur Schlagzeilen weiterzuteilen. Und wenn du selbst einmal von einem schweren Unglück betroffen bist, wisse: Es gibt Organisationen, die Familien unterstützen und vor Gericht für ihre Rechte kämpfen.