Im Osten der Ukraine kämpfen russische und ukrainische Truppen weiter um die Stadt Kostjantyniwka. Russland sagt, die Stadt gehört jetzt ihnen – die Ukraine widerspricht.

Was ist passiert? Russland hat am Freitag erklärt, die Stadt Kostjantyniwka im Osten der Ukraine komplett erobert zu haben. Kremlsprecher Peskow sagte wörtlich: "Die Stadt steht nun vollständig unter unserer Kontrolle". Die ukrainische Armee hat das sofort zurückgewiesen. Nach ihrer Darstellung kämpfen ukrainische Soldaten weiter in der Stadt und an ihren Rändern. Auch das US-Institut für Kriegsstudien (ISW) sieht keine Beweise für eine Eroberung. Vor dem Krieg lebten in Kostjantyniwka etwa 70.000 Menschen, heute sind es nur noch rund 2.000.

Wer hilft? Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat versucht, die Spannungen mit einer direkten Einladung an Russlands Präsident Wladimir Putin zu entschärfen. Er sagte, wenn die Stadt wirklich unter russischer Kontrolle stünde, könnte Putin sich dort mit ihm treffen, um über ein Ende des Krieges zu reden. Diplomatische Lösungen dieser Art suchen auch andere Länder: Selenskyj sprach dazu unter anderem mit dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz. Internationale Militär-Experten wie das ISW versuchen, mit Analysen Klarheit in die widersprüchlichen Berichte zu bringen.