Die 24-jährige Wienerin Sinja Kraus hat das Tennisfinale in Kitzbühel klar gewonnen und damit ein Stück österreichische Sportgeschichte geschrieben.

Stell dir vor, du spielst ein großes Tennisfinale vor den Augen deines Heimpublikums – und du gewinnst es auch noch deutlich. Genau das ist Sinja Kraus am Sonntag in Kitzbühel gelungen. Sie besiegte ihre Landsfrau Julia Grabher in 81 Minuten mit 6:3 und 6:1. Für Kraus war es bereits der zweite Titel auf der WTA-Challenger-Tour, nachdem sie 2025 schon in Cali triumphiert hatte.

Das Turnier war für den Ort ein echtes Highlight: In Kitzbühel hatte es 33 Jahre lang kein internationales Damenturnier mehr gegeben. Mit dem Generali Open Ladies kehrte die WTA nun dorthin zurück, und prompt standen zwei Österreicherinnen im Endspiel. Das Publikum sorgte laut Kraus für eine „Wahnsinnsstimmung“, die sie selbst kaum fassen konnte. „Es war eine Wahnsinnsstimmung heute, ich kann's gar nicht glauben“, sagte sie im ORF-Interview.

Was den Erfolg noch wertvoller macht: Mit dem Titel stieg Kraus erstmals in ihrer Karriere in die Top 80 der Weltrangliste ein. Sie erhält 125 Ranglistenpunkte und ein Preisgeld von 13.480 Euro. Grabher, die sechs Jahre älter ist und aus Vorarlberg kommt, rückte mit ihren Punkten auf Rang 107 vor und ist damit ebenfalls wieder dichter an die Top 100 herangerückt. Die beiden kennen sich übrigens bestens – sie spielen auch im Doppel gemeinsam und sind enge Freundinnen.

Nach dem Match nahmen sich beide Spielerinnen Zeit, um sich gegenseitig zu respektieren. Grabher gratulierte fair: „Es hat echt Spaß gemacht, hier zu spielen, leider habe ich heute nicht mein Bestes gezeigt, was mich ein bisserl traurig macht. Sinja, gratuliere, sehr, sehr stark.“ Kraus erwiderte: „Julia, ich spiel viel lieber mit dir an einer Seite im Doppel, aber wir können beide sehr stolz sein.“ So geht Sport: gewinnen, verlieren, und sich danach wieder in die Arme fallen.