Die Lehrergewerkschaft GEW schlägt Alarm: An hessischen Schulen gibt es einen riesigen Sanierungsstau, und die Kommunen können das allein nicht bezahlen.
Was ist passiert? Die GEW – das ist die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft – hat nachgerechnet: An Schulen in Hessen fehlen etwa sechs Milliarden Euro, um kaputte Gebäude zu reparieren und neue zu bauen. In Marburg ist vor kurzem an einer Schule ein Stück Decke im Eingang heruntergefallen, vier mal vier Meter groß. Solche Vorfälle zeigen, wie schlecht es um viele Schulgebäude steht. Pro Schülerin und Schüler wurden in Hessen zwischen 1992 und 2024 im Durchschnitt nur 804 Euro pro Jahr ausgegeben – viel zu wenig, findet die GEW. Der Hochtaunuskreis gibt mit 1.500 Euro pro Kopf am meisten aus, die Stadt Kassel mit nur 331 Euro am wenigsten.
Wer hilft? Die GEW steht mit ihrer Kritik nicht allein: Auch der Interessenverband hessischer Schulleitungen (IHS) und der Stadtelternbeirat Frankfurt unterstützen die Forderung nach einem großen Schulbau-Programm. Die GEW schlägt vor, dass das Land der landeseigenen Förderbank WIBank Geld gibt, damit diese den Städten und Kreisen Kredite von mindestens drei Milliarden Euro anbieten kann. Das Land soll Zinsen und Rückzahlung übernehmen, damit die Kommunen nicht allein auf den Kosten sitzen bleiben.
