Unter der katholischen Kirche St. Joseph an der Großen Freiheit liegen seit Jahrhunderten die Gebeine von rund 350 Menschen – sichtbar hinter Glas.

Was ist passiert? Unter der Barockkirche St. Joseph auf St. Pauli gibt es eine Krypta, eine Art Gruft unter dem Kirchenboden. Dort ruhen die Gebeine von ungefähr 350 Menschen, die dort zwischen 1719 und 1868 beerdigt wurden. Bei Bauarbeiten zwischen 2011 und 2015 haben Archäologen die Überreste geborgen und hinter einer Glasscheibe aufgestellt. Heute kann man sie bei Führungen anschauen. Pastor Karl Schultz betont, dass es kein Gruselkabinett ist, sondern ein christlicher Ort des Gedenkens.

Wer hilft? Pastor Karl Schultz, der auch „Kiez-Pastor" genannt wird, kümmert sich zusammen mit der katholischen Gemeinde und dem Erzbistum Hamburg um den Ort. Bei Führungen erklären sie, was man sieht: zum Beispiel Eheringe, Rosenkränze, Kleidungsstücke oder Inschriftentafeln. Sie zeigen auch, wie der Ort gestaltet wurde – mit sanftem Licht und einem Bibelvers über dem Glas: „Ich bin die Auferstehung und das Leben". So soll die Krypta ein ruhiger Platz mitten im Trubel der Reeperbahn sein.