In Damaskus hat ein Prozess gegen Wassim al-Assad begonnen, einen Cousin des früheren syrischen Machthabers, dem schwere Menschenrechtsverbrechen vorgeworfen werden.

In einem Gericht in der syrischen Hauptstadt Damaskus hat am Mittwoch ein Prozess gegen Wassim al-Assad begonnen. Er ist ein Cousin des früheren syrischen Machthabers Bashar al-Assad, der Ende 2024 nach Russland floh. Ihm wird vorgeworfen, Anfang 2011 zwei bewaffnete Gruppen gegründet und geführt zu haben. Diese Gruppen sollen in der Region Ost-Ghuta nahe Damaskus operiert und dabei für den Tod vieler Zivilpersonen verantwortlich sein. Die Taten sollen nach Einschätzung des Gerichts Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit sein.

Die neue syrische Regierung unter dem früheren HTS-Anführer Ahmed al-Scharaa will ehemalige Mitglieder des alten Sicherheits- und Regierungsapparats vor Gericht bringen. In mehreren Städten Syriens finden Demonstrationen statt, auf denen Menschen schnellere Prozesse und eine klare Ahndung der Taten fordern. Schon im April hatte in Damaskus ein Verfahren gegen weitere frühere Vertreter des Assad-Regimes begonnen. Die Übertragung des aktuellen Prozesses im syrischen Staatsfernsehen macht deutlich, wie wichtig der Regierung die sichtbare Aufarbeitung ist.