In Polen wurde am 11. Juli der Opfer des Wolhynien-Massakers von 1943 gedacht, und der polnische Präsident hat seinem ukrainischen Amtskollegen den höchsten Orden Polens entzogen.

Was ist passiert? Am 11. Juli 1943 haben Kämpfer der Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA) in der heutigen Westukraine mehr als 100 Dörfer angegriffen. Dabei wurden sehr viele polnische und jüdische Zivilisten getötet – nach offiziellen polnischen Angaben rund 120.000 Menschen bis 1945. In Polen gibt es dafür einen eigenen Gedenktag. Präsident Karol Nawrocki sprach bei einer Feier im Dorf Radruz direkt an der Grenze zur Ukraine und sagte, man wolle die Getöteten nicht vergessen.

Warum gibt es Streit? In der Ukraine werden manche UPA-Kämpfer bis heute als Helden geehrt, weil sie später gegen die Sowjetunion kämpften. Präsident Wolodymyr Selenskyj hat einer Armee-Einheit den Beinamen „Helden der UPA" gegeben. In Polen ist das vielen ein Dorn im Auge. Deshalb hat Präsident Nawrocki Selenskyj den höchsten Orden Polens aberkannt. Mehrere ukrainische Politiker haben aus Ärger daraufhin ihre polnischen Auszeichnungen zurückgegeben.

Wer hilft, dass die Opfer nicht vergessen werden? Polens Regierungschef Donald Tusk hat in einer Videobotschaft den Bau einer großen Gedenkmauer mit einer „ewigen Flamme" angekündigt. Auf der Mauer sollen die Namen der bekannten Opfer stehen. Tusk sagte: „Die Republik Polen wird keinen von ihnen vergessen." Er warnte aber auch: „Die Erinnerung darf nicht dem Hass dienen." Damit will er deutlich machen, dass Erinnern wichtig ist, aber nicht zu neuem Hass führen darf.