Der slowenische Radstar Tadej Pogačar hat die schwere Pyrenäen-Etappe der Tour de France im Alleingang gewonnen und das Gelbe Trikot zurückerobert.
Die sechste Etappe der Tour de France war ein echter Härtetest: 186 Kilometer und 4.100 Höhenmeter, unter anderem über den berühmten Col du Tourmalet. Pogačar griff rund fünf Kilometer vor dem Gipfel an, fuhr 42 Kilometer allein vorne und kam mit 2:38 Minuten Vorsprung ins Ziel. Niemand konnte ihm folgen, nicht einmal der zweimalige Toursieger Jonas Vingegaard aus Dänemark. Im Ziel war Pogačar sichtlich zufrieden: Es ist ein unglaublicher Sieg und einer meiner schönsten.
Sein Team UAE Team Emirates hat ihn dabei perfekt unterstützt. Am Fuß des Tourmalet standen ihm fünf Helfer zur Seite. Der Mexikaner Isaac del Toro eröffnete die entscheidende Tempo-Attacke, nur Pogačar konnte ihm folgen. Kurz darauf zog der Kapitän allein davon und baute seinen Vorsprung auf den restlichen Kilometern weiter aus. Del Toro rettete am Ende sogar Platz drei und feierte mit seinem Kapitän einen großen UAE-Tag. Der Österreicher Felix Großschartner sprach danach von einem Traum und warnte zugleich: Es ist noch ein langer Weg bis nach Paris.
Vor der Etappe trug der Norweger Torstein Træen das Gelbe Trikot. Er hatte die Spitzenposition zwei Tage lang gehalten, aber schon früh den Anschluss verloren. In der Abfahrt vom Tourmalet touchierte er einen Teamkollegen und stürzte. Er wurde ärztlich versorgt und konnte das Rennen unter Schmerzen beenden, sein großer Zeitverlust bedeutete das Ende seiner Gelbe-Trikot-Träume. Pogačar zeigte Mitgefühl und wünschte ihm, ohne weitere Verletzungen weiterzufahren. Für die deutsche Radsport-Fangemeinde wichtig zu wissen: Florian Lipowitz fuhr auf Platz sechs der Etappe und ist nun Siebter im Gesamtklassement, 4:00 Minuten hinter Pogačar.
