Die Hamas hat mit Khalil al-Hayya einen neuen Anführer gewählt – den Mann, der bisher mit Israel über eine Waffenruhe verhandelt hat.

Was ist passiert? Die radikalislamische Organisation Hamas hat Khalil al-Hayya zum neuen Chef gemacht. Er ist 66 Jahre alt und kommt aus dem Gazastreifen. Er setzte sich bei einer geheimen Wahl denkbar knapp gegen einen Gegenkandidaten durch – mit nur einer Stimme mehr. Die Hamas ist in vielen Ländern als Terrororganisation verboten. Al-Hayya tritt die Nachfolge von Yahya Sinwar an, der 2024 bei einem israelischen Angriff getötet wurde. Seitdem hatte ein Fünf-Personen-Gremium die Hamas geleitet. Am Dienstag haben die Nachrichtenagenturen diese Wahl gemeldet. Der Bericht wurde am 20. Juli 2026 im Deutschlandfunk gesendet.

Wer hilft? Verschiedene Akteure versuchen, die Lage im Gazastreifen zu ordnen. Ein von US-Präsident Donald Trump vorgestellter Friedensplan sieht vor, dass ein Ausschuss aus unabhängigen Experten unter der Leitung des palästinensischen Technokraten Ali Shaath die zivile Verwaltung in Teilen Gazas übernimmt. Die USA haben im Oktober 2025 eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas vermittelt. Al-Hayya selbst war bisher der Hauptverhandler aufseiten der Hamas. Er hat nach eigenen Angaben gute Kontakte zur Hisbollah im Libanon, zu Iran, Katar, Ägypten und Algerien. Damit hat er ein Netzwerk, das für weitere Gespräche wichtig sein kann.