Die Beratungsstelle Themis hat 2025 mehr Fälle von körperlicher Belästigung in Film, Theater und Musik registriert als im Jahr davor.

Themis ist eine Anlaufstelle für Menschen aus der Kulturbranche, die sexuelle Belästigung oder Gewalt erlebt haben. Die Stelle wurde 2018 in Berlin gegründet, nach dem MeToo-Skandal. 2025 haben sich dort 68 Personen wegen körperlicher Belästigung oder Vergewaltigung gemeldet, 2024 waren es 61. Dafür gingen Meldungen zu verbaler Belästigung zurück, also zu Beleidigungen und sexuellen Sprüchen ohne Körperkontakt. Maren Lansink, die Leiterin von Themis, sagt: 'Frauenfeindlichkeit ist online wie offline enthemmter geworden, und das schlägt auch im Arbeitsalltag durch'.

Themis wird von Verbänden, Sendern und Organisationen aus der Kultur unterstützt. Beschäftigte aus Film, Fernsehen, Theater, Orchestern und Musik können sich dort kostenlos beraten lassen, juristisch und psychologisch. Präsidentin Martina Zöllner sagt: 'Das Verhältnis von körperlichen zu nicht körperlichen Übergriffen hat sich verändert. Das mag ein Spiegel der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung sein.' Die Expertinnen und Experten bei Themis sehen auch, dass sich jüngere Betroffene heute eher trauen, körperliche Übergriffe offen zu benennen.