Viele Brücken in Deutschland sind alt und beschädigt - und Experten sagen: Ein großer Teil der hohen Kosten wäre vermeidbar, wenn man rechtzeitig repariert hätte.
Was ist passiert? In Deutschland müssen immer wieder wichtige Brücken plötzlich gesperrt werden, weil Experten Einsturzgefahr feststellen. Die Bonner Nordbrücke, die Ringbahnbrücke in Berlin und die Elbbrücke in Bad Schandau sind aktuelle Beispiele. Vor etwa zwei Jahren ist sogar die Carolabrücke in Dresden im laufenden Betrieb eingestürzt - das war seit dem Zweiten Weltkrieg die erste Brücke in Deutschland, die so etwas passiert ist. Viele Brücken wurden nach dem Krieg gebaut und sind auf etwa 80 Jahre ausgelegt. Gleichzeitig fahren heute viel mehr Lastwagen über sie als früher, und über lange Zeit wurde zu wenig repariert. Dadurch kommen jetzt viele Bauwerke gleichzeitig in einen kritischen Zustand.
Wer hilft? Ingenieure und Brückenexperten aus ganz Deutschland suchen nach Lösungen. Martin Claßen von der RWTH Aachen sagt, dass man die Schäden nicht alle auf einmal beheben muss: Mit einer guten Zustandsbewertung kann man Maßnahmen sinnvoll staffeln. Außerdem gibt es schnellere Bauverfahren, mit denen Sperrzeiten deutlich verkürzt werden könnten. Steffen Marx von der TU Dresden sagt zudem, dass etwa die Hälfte der Brücken, die heute abgerissen werden sollen, auch saniert werden könnte - das spart viel Geld. Der Bund hat 4.000 besonders wichtige Autobahnbrücken erfasst, die in den nächsten Jahren saniert oder neu gebaut werden sollen - ein Ziel, an dem auch die aktuelle Regierung festhält.
