Ein Schweizer Experte sagt: Ja, europäische Verbände könnten FIFA-Präsident Infantino loswerden - wenn sie es nur wollten.

Mark Pieth ist ein Experte für Strafrecht aus der Schweiz und kennt die FIFA ziemlich gut. Früher hat er eine Kommission geleitet, die den Fußball-Weltverband sauberer machen sollte. Jetzt sagt er: Präsident Gianni Infantino hat zu viel Macht, und das System funktioniert nicht mehr richtig. "Er denkt, über ihm ist nur noch Gott", meint Pieth. Damit meint er, dass niemand Infantino kontrollieren kann.

Es gibt aber Regeln in der FIFA. Jedes Mitglied, also jeder nationale Fußball-Verband, kann Anträge stellen, jemanden abwählen oder vor Gericht ziehen. Das ist so ähnlich wie in einem Verein, in dem die Mitglieder über den Vorstand bestimmen. Das Problem ist laut Pieth: Die europäischen Verbände machen davon einfach keinen Gebrauch.

Außerdem könnten die Europäer die FIFA sogar vor ein Kartellamt bringen. Kartellrecht bedeutet: Wenn eine Organisation zu mächtig wird, darf der Staat eingreifen. Die UEFA könnte theoretisch auch sagen: Wir machen unsere eigene EM ohne die FIFA. Das wäre ein großer Schritt, weil dann zwei mächtige Fußball-Welten getrennt wären.