Vor 80 Jahren bekam die alte deutsche Stadt Königsberg einen neuen Namen: Kaliningrad. Die Geschichte der Stadt ist eng mit Deutschland und Russland verbunden.
Was ist passiert? Königsberg war einmal eine große deutsche Stadt an der Ostsee. 1255 wurde sie vom Deutschen Ritterorden gegründet, später wurde hier der erste preußische König gekrönt, und der berühmte Philosoph Immanuel Kant lebte und lehrte dort. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt fast völlig zerbombt. Von über 360.000 Menschen am Anfang des Krieges blieben am Ende weniger als 50.000 übrig. 1946 gab die Sowjetunion der Stadt einen neuen Namen: Kaliningrad, nach einem sowjetischen Funktionär. Die letzten Deutschen wurden 1948 vertrieben.
Wer hilft heute, die Geschichte zu bewahren? Enthusiasten haben den berühmten Dom, der im Krieg zerstört worden war, mit deutscher Hilfe wieder aufgebaut. Auch die Universität trägt seit 2005 wieder Kants Namen. Rund um den Dom gibt es Buden, die im Winter Glühwein verkaufen – er wird "Kant-Wein" genannt. Manche Bewohner nennen ihre Stadt liebevoll "Kenig". So bleiben Teile der alten Geschichte lebendig, auch wenn die offizielle deutsche Vergangenheit heute keine große Rolle mehr spielt.
