Der Antisemitismus-Beauftragte des Landes Brandenburg warnt: Judenhass wird im Alltag immer normaler, auch an Schulen.

Was ist passiert? Andreas Büttner ist der Antisemitismus-Beauftragte von Brandenburg. Er hat seinen ersten Bericht über zwei Jahre Arbeit vorgestellt. Darin steht: Antisemitismus ist in Schulen, Behörden und politischen Debatten für viele jüdische Menschen zum Alltag geworden. Sein Team hat in einem Jahr 534 Verdachtsfälle bearbeitet, 116 davon wurden als mögliche Straftaten eingestuft, zum Beispiel Beleidigungen, Bedrohungen oder Sachbeschädigungen. Seit dem Hamas-Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 habe sich die Lage laut Büttner spürbar verschlimmert. Er spricht von einer "schleichenden Normalisierung", also davon, dass abwertende Sprüche und Hetze immer öfter einfach hingenommen werden.

Wer hilft? In Brandenburg gibt es die Fachstelle Antisemitismus Brandenburg. Sie berät Betroffene, dokumentiert Fälle und arbeitet mit Schulen und Behörden zusammen. Auch Büttners Büro ist Anlaufstelle für jüdische Familien und andere Betroffene. Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt zudem nach einem Brandanschlag auf das private Eigentum des Beauftragten. Lehrkräfte, Schulsozialarbeiter und zivilgesellschaftliche Organisationen versuchen, an Schulen über Antisemitismus aufzuklären und jüdische Schülerinnen und Schüler zu schützen.