Fast neun Jahre nach dem G20-Gipfel in Hamburg wurden drei Polizisten verurteilt, weil sie einen Demonstranten verprügelt haben.
Im Juli 2017 gab es in Hamburg den G20-Gipfel, ein Treffen der wichtigsten Staatschefs der Welt. Dabei kam es zu großen Protesten und Ausschreitungen. Bei einer Demonstration am Bismarck-Denkmal haben drei Polizisten einen 20-jährigen Mann, der einfach nur auf dem Denkmal saß, mit Schlagstöcken und Fäusten geschlagen. Ein Video zeigte den Vorfall klar. Der Mann erlitt Prellungen und Hämatome. Jetzt, fast neun Jahre später, hat das Amtsgericht Hamburg die drei Beamten der Körperverletzung im Amt schuldig gesprochen.
Das Urteil ist trotzdem kein klassischer Sieg: Die Richter haben Geldstrafen verhängt, aber zugleich gesagt, dass das Verfahren viel zu lange gedauert hat. Ohne Schuld der Angeklagten verzögerte sich der Prozess so stark, dass die Strafen bereits als verbüßt gelten und kein Geld gezahlt wird. Immerhin haben sich zwei der drei Polizisten bei dem Opfer entschuldigt und ihm 500 Euro Schmerzensgeld gezahlt. Der junge Mann nahm die Entschuldigung an. Am Ende reichten sich die Beteiligten vor Gericht die Hände, was die Richterin als den eigentlichen Erfolg der Verhandlung bezeichnete.
