Eine 15-Jährige und ihre Mutter sind am Wiener Landesgericht vom Vorwurf der Verleumdung freigesprochen worden, obwohl unklar bleibt, was zwischen den beiden Jugendlichen geschah.

Was ist passiert? Am Wiener Landesgericht stand eine 15-Jährige mit bosnischen Wurzeln und ihre Mutter vor Gericht. Die Anklage lautete: Verleumdung. Es ging darum, ob die beiden wissentlich einen gleichaltrigen Mitschüler zu Unrecht beschuldigt haben, das Mädchen vergewaltigt und schwanger gemacht zu haben. Am Ende hat das Gericht beide freigesprochen. Das Urteil ist aber noch nicht endgültig. Eine Schwangerschaft hat es laut Schwangerschaftstest nicht gegeben, aber die Richterin sagte: „Es ist eindeutig, dass hier stattgefunden hat“ – also: Irgendetwas ist wirklich passiert, nur was genau, konnte nicht geklärt werden.

Wer hilft? In solchen Fällen sind Schulen, Beratungsstellen und das Jugendamt wichtige Anlaufstellen. Auch die Klassenlehrerin war eingebunden, weil das Mädchen ihr von dem Vorfall erzählt hatte. Die Mutter sagte, sie habe ihre Tochter schützen wollen und sei mit ihr zum Frauenarzt gegangen. Solche Wege zu Beratung und medizinischer Hilfe sind wichtige erste Schritte, wenn Jugendliche von Übergriffen berichten.