Estlands Regierungschef Kristen Michal sagt, Russland verliere den Krieg und die Wirtschaft dort sei in einem schlechten Zustand.
Was ist passiert? Estlands Ministerpräsident Kristen Michal war am Freitagabend in der ORF-Sendung ZiB 2 zu Gast. Er sagte klar: „Russland verliert den Krieg auf dem Schlachtfeld und auch der Wirtschaft geht es schlecht“. Die EU-Sanktionen würden wirken. Außerdem komme es in der Ukraine weiter zu schweren Angriffen – erst am Donnerstag wurden bei Angriffen in Kiew mindestens 30 Menschen getötet, mehr als vier Jahre nach Beginn des russischen Angriffs. Michal sieht „keine Zukunft für die Ukraine außerhalb der EU und wahrscheinlich auch nicht außerhalb der NATO“ und fordert: „Es darf keine Entscheidung über die Ukraine ohne die Ukraine getroffen werden“.
Wer hilft? Die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen unterstützen die Ukraine besonders stark und drängen in der EU auf schnelle Hilfe. Auch die NATO will neue Militärhilfen in Milliardenhöhe freigeben. Michal sprach beim Treffen mit dem österreichischen Bundeskanzler Christian Stocker außerdem über Digitalisierung – Estland gilt hier als Vorreiter, weil dort fast alle Behördenwege digital laufen und es kaum Warteschlangen gibt. Laut Michal spart das über zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Zudem setzt er auf eigene „Gigafactories“ für künstliche Intelligenz in Europa, damit der Kontinent unabhängiger von den USA und China wird.
