In Italien wurde ein Gemälde aus dem 14. Jahrhundert aus Versehen für ein Werk aus dem 19. Jahrhundert gehalten – und durfte deshalb das Land verlassen.
Stell dir vor, jemand schaut ein altes Bild an und denkt: «Das ist von 1850.» Dann untersucht es jemand anderes ganz genau und sagt: «Nein, das ist von 1350.» Genau das ist in Italien passiert. Das Bild zeigt eine Madonna mit einem Jesuskind. Es wurde von einem unbekannten Maler aus der Stadt Parma gemalt, der den Spitznamen «Meister von 1302» bekommen hat.
Das Problem: Auf der Rückseite des Bildes steht seit Langem: «Gemalt von Alfonso Martorelli Fiori, Bologna im Jahr 1850». Die Expertinnen und Experten vom italienischen Kulturministerium haben sich darauf verlassen – und eine falsche Ziffer übersehen. Sie fanden das Bild nicht so wichtig und haben deshalb erlaubt, es in die Schweiz zu schicken.
Bei einer Restaurierung in der Schweiz haben Fachleute dann gemerkt: Hoppla, da haben wir uns um 500 Jahre geirrt! Das Bild ist also viel älter und viel wertvoller, als alle dachten. Statt etwa 38.000 Euro ist es jetzt über eine halbe Million Euro wert. Trotzdem darf es versteigert werden, weil die Behörden den Fehler vor Gericht nicht mehr rückgängig machen konnten.
