Eine russische Drohne hat in der Nacht ein Gebäude in der Sperrzone um das alte Kernkraftwerk Tschernobyl getroffen. Es liegt in der Ukraine, etwa 15 Kilometer vom alten Reaktor entfernt.

In dem Gebäude werden Behälter mit verbrauchten Brennelementen aus anderen ukrainischen Atomkraftwerken angenommen und gelagert. Nach Angaben des ukrainischen Staatskonzerns Energoatom war das Gebäude zum Zeitpunkt des Angriffs leer, es wurde aber teilweise zerstört. Auf etwa 40 Quadratmetern brach ein Feuer aus, das gelöscht werden konnte. Die Behörden sagen: Die Strahlenwerte sind normal, es gibt keine erhöhte Strahlung. Wichtig zu wissen: Tschernobyl selbst ist seit Jahrzehnten stillgelegt, dort geschah 1986 der schlimmste Atomunfall überhaupt. Heute ist es vor allem ein Sperrgebiet und ein Ort für die sichere Lagerung von radioaktivem Material.

Die Internationale Atomenergieagentur (IAEA) ist die internationale Organisation, die weltweit die Sicherheit von Atomkraft überwacht. Ihr Chef Rafael Grossi nannte den Vorfall „äußerst besorgniserregend" und warnte, in der Nähe lagerten große Mengen an nuklearem Material. Die IAEA schickt ein Team aus Expertinnen und Experten in die Sperrzone, um die Schäden zu prüfen. Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einem „außerordentlich hinterhältigen Angriff" und forderte die internationale Gemeinschaft auf, gegen Russland vorzugehen. Russland hat sich bisher nicht konkret zu dem Vorfall geäußert.