Der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung sagt, dass viele Frauen in Teilzeit arbeiten – und das viel Geld für Deutschland kostet.

Marcel Fratzscher ist der Chef des DIW, einer großen Wirtschaftsforschungs- Einrichtung in Berlin. Er hat gesagt: In Deutschland arbeiten ungewöhnlich viele Frauen in Teilzeit – also nicht den ganzen Tag, sondern zum Beispiel nur halbtags. „Der Anteil an Frauen, die Teilzeit arbeiten, ist ungewöhnlich groß. Die Gesellschaft verzichtet so auf eine Menge Wohlstand“, hat er im Redaktionsnetzwerk Deutschland erklärt. Damit meint er: Es wird Geld und Wachstum verschenkt, weil viele Frauen gern mehr Stunden arbeiten würden, es aber nicht können.

Fratzscher nennt eine Zahl: Wenn man Hindernisse abbaut, könnten mehrere Hunderttausend Vollzeitkräfte dazukommen. „Wenn wir die Erwerbsbeteiligung von Frauen erhöhen, dann profitieren alle“, sagt er. Das bedeutet: Wenn mehr Frauen voll arbeiten, gibt es mehr Steuern, mehr Wachstum und stabilere Renten. Eine EU-Behörde hat ausgerechnet, dass Europa dadurch bis 2050 bis zu 10 Prozent mehr Wirtschaftsleistung haben könnte. Das wäre ein riesiger Unterschied – Fratzscher findet diese Zahl realistisch.