Deutschland beteiligt sich an einem Militärmanöver in Polen, mit dem europäische Länder sich auf eine Friedenstruppe für die Ukraine vorbereiten.
Was ist passiert? Die Bundesregierung hat mitgeteilt, dass deutsche Soldatinnen und Soldaten an einer Übung in Polen teilnehmen werden. Rund 35 Länder – die sogenannte Koalition der Willigen – bereiten eine gemeinsame Truppe vor, die nach einem möglichen Waffenstillstand zwischen Russland und der Ukraine für Sicherheit sorgen soll. Am Dienstag hieß es aus Berlin noch, Deutschland mache nicht mit. Nur einen Tag später kam die Kehrtwende: Regierungssprecher Stefan Kornelius sagte der Nachrichtenagentur dpa: "Deutschland wird sich an diesem Manöver beteiligen. Die Bundesregierung prüft, wie diese Beteiligung aussehen wird." In Polen soll dabei zuerst geübt werden, wie Befehlsstrukturen und Entscheidungen zwischen den vielen beteiligten Ländern funktionieren können.
Wer hilft? An der Übung wirken mehrere europäische Staaten mit. Polen, Frankreich und Großbritannien gehören nach Angaben des polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk fest dazu. Auch die USA unterstützen das Vorhaben, ohne selbst Teil der europäischen Führung zu sein. Polen liegt direkt neben der Ukraine und ist deshalb ein wichtiger Ort für die Übung. Der polnische Verteidigungsminister Kosiniak-Kamysz sagte: "Wenn wir mehr Verantwortung für die NATO-Ostgrenze tragen, dann kommen die, die weit davon entfernt leben, nach Polen." Am Freitag treffen sich Bundeskanzler Merz und Frankreichs Präsident Macron auf dem Luftwaffenstützpunkt Nörvenich und später in Brühl bei Köln mit ihren Ministern, um über den deutschen Beitrag zu beraten.
