Am Samstag bleibt der Brennerpass wegen einer Demo für mehrere Stunden gesperrt – tausende Autos und Lkw müssen draußen bleiben.
Stell dir vor, du wohnst direkt an einer der meistbefahrenen Autobahnen Europas. Tag und Nacht dröhnen Motoren, die Luft ist voller Abgase, und an Schlaf ist kaum zu denken. Genau das erleben die rund 15.000 Menschen im Wipptal in Tirol jeden Tag. Deshalb hat der Bürgermeister von Gries am Brenner, Karl Mühlsteiger, für Samstag eine Demonstration angemeldet. Die Folge: Die Brennerautobahn und alle Straßen rund um den Pass sind von 11 bis 19 Uhr komplett dicht. Für Lastwagen sogar noch länger. Mühlsteiger nennt die Aktion einen „Hilfeschrei“, weil das Tal die Verkehrslawine nicht mehr aushält.
Damit die Blockade nicht im Chaos endet, sind Polizei und Rotes Kreuz mit einem riesigen Aufgebot vor Ort. Die Polizei in Südbayern ist mit der größtmöglichen Zahl an Einsatzkräften unterwegs – es ist der größte Verkehrseinsatz dort überhaupt. Ihr wichtigstes Ziel: Der Verkehr soll trotzdem fließen, und die Rettungsgasse muss frei bleiben. Das Bayerische Rote Kreuz hat Motorrad-Teams bereit, die im Stau festsitzende Menschen mit Wasser versorgen können. Außerdem leitet das Land Tirol den Verkehr weiträumig über die Schweiz und andere Strecken um, damit sich die Staus in Grenzen halten.
