An einem Steg bei Heikendorf an der Kieler Förde hat sich weißer Phosphor selbst entzündet – zum Glück wurde niemand verletzt.
Was ist passiert? An einem Sonntagnachmittag lag plötzlich ein brennender Klumpen auf einem Holzsteg an der Ostsee. Er war etwa so groß wie ein Tennisball. Vermutlich hat eine Möwe ihn aus dem Wasser geholt und dort fallen lassen. Weißer Phosphor kann sich an der Luft von selbst entzünden und schwer löschbare Brände erzeugen. Deshalb war die Sache ernst. Der Kampfmittelräumdienst kam und hat den Klumpen sicher entfernt. Verletzt wurde niemand. Solche Funde stammen oft noch aus dem Zweiten Weltkrieg und sehen mitunter aus wie Bernstein.
Wer hilft? In Schleswig-Holstein kümmern sich das Landeskriminalamt und der Kampfmittelräumdienst um solche Vorfälle. Sie bergen die Stücke fachgerecht und entsorgen sie. Die Bundesregierung hat ein Sofortprogramm gestartet und 100 Millionen Euro bereitgestellt, damit alte Munition aus Nord- und Ostsee geborgen werden kann. Fachleute vom Geomar in Kiel erforschen außerdem, wie viele alte Kampfstoffe auf dem Meeresgrund liegen – nach ihren Schätzungen sind es rund 1,6 Millionen Tonnen. Erste Bergungen haben bereits stattgefunden, und es wird ein konkreter Plan für weitere Einsätze erarbeitet.
