Der Chef vom Chemiekonzern BASF sagt: Wenn der Konflikt mit dem Iran weitergeht, könnten Öl und Sprit im zweiten Halbjahr nochmal richtig teuer werden.
Was ist passiert? Markus Kamieth, der Chef von BASF, hat sich vor Wirtschaftsjournalistinnen und -journalisten in Frankfurt Sorgen gemacht. Der Iran-Krieg dauert seit Ende Februar an, die Ölpreise sind deshalb schon stark gestiegen. Wenn die Straße von Hormus – eine wichtige Schiffstrecke für Öl – blockiert bleibt, könnten laut Schätzungen rund 20 Prozent des weltweiten Öls fehlen. Bei Sprit und anderen Produkten aus Öl, sogenannten raffinierten Produkten, könnte der Anteil sogar auf bis zu 40 Prozent steigen. Das würde bedeuten: Tanken wird teurer, und viele Dinge im Alltag, die aus Erdöl hergestellt werden, kosten mehr.
Wer hilft? Kamieth sieht das Problem nicht tatenlos. Er will den BASF-Konzern umbauen, damit er mit hohen Energiepreisen in Deutschland besser klarkommt. Geplant ist, das Kerngeschäft schlanker aufzustellen und die Fixkosten um bis zu 20 Prozent zu senken. Die Agrarsparte soll an die Börse gehen, das Lackgeschäft wird an einen Investor verkauft. So soll das Unternehmen stabiler werden, auch wenn die Energie teuer bleibt. Auf die Frage, ob Europa eine Zukunft als Chemie-Standort hat, antwortet Kamieth zuversichtlich: Er sei „nicht fatalistisch“ und glaube, dass es die Branche in zehn Jahren noch geben wird – nur in einer anderen Form.
