Nach dem Tod eines Zugbegleiters rüstet die Deutsche Bahn auf: Bodycams, stichfeste Westen, mehr Sicherheitspersonal und KI-Kameras sollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schützen.
Im Februar 2026 wurde der 36-jährige Zugbegleiter Serkan Çalar aus Ludwigshafen bei einer Fahrkartenkontrolle in einer Regionalbahn nahe Landstuhl angegriffen. Er starb an den Folgen. Die Staatsanwaltschaft hat Mordanklage erhoben. Die Familie des Mannes hat sich erstmals öffentlich geäußert und will am Prozess teilnehmen. Auch andere Beschäftigte berichten von immer mehr Übergriffen. „Beleidigungen, Anspucken, Schläge, sexuelle Übergriffe und Körperverletzung sind keine Ausnahme mehr", sagt Heike Moll, die Vorsitzende des Konzernbetriebsrats der Deutschen Bahn.
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG hat in Umfragen festgestellt, dass sich viele Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter bei der Arbeit unsicher fühlen. Die Bundespolizei hat 2025 rund 2690 Angriffe auf Bahn-Beschäftigte gezählt, das sind etwa elf Prozent mehr als im Jahr davor. Eine einfache Erklärung, warum das passiert, gibt es nicht – die Bahn spricht von einer „durchaus schwierigen Entwicklung" in der Gesellschaft.
