Ein Expertengremium der Bundesregierung hat geprüft, ob das riesige Sondervermögen wirklich dort ankommt, wo es gebraucht wird – und zieht eine gemischte Bilanz.
Stell dir vor, der Bund nimmt 500 Milliarden Euro extra auf, um Schulen, Straßen, Bahnhöfe und Forschung zu modernisieren. Klingt nach viel Geld, oder? Genau das passiert gerade: Mit einem sogenannten Sondervermögen will Deutschland in den nächsten zwölf Jahren viel investieren. Aber: Das Geld fließt bisher nur langsam. Auf der Bundesebene sind im Jahr 2025 etwa 14 Milliarden Euro abgeflossen und in den ersten Monaten 2026 rund 11,2 Milliarden Euro – also etwa 28 Prozent der für dieses Jahr geplanten Mittel. Bei den Bundesländern ist die Quote noch viel kleiner: Nur 1 Prozent ist dort bisher angekommen.
Ein unabhängiges Expertenteam, der Investitions- und Innovationsbeirat, beobachtet das Ganze. Vorsitzender ist Harald Christ, sein Stellvertreterin ist die Wissenschaftlerin Ann-Kristin Achleitner. Sieben Fachleute prüfen, ob das Geld sinnvoll eingesetzt wird. Ihr erstes Fazit: Auf dem Papier ist alles auf Kurs, in der Praxis hakt es aber. Besonders die Städte und Gemeinden bekommen nach Einschätzung des Beirats viel zu wenig, obwohl sie rund 40 Prozent aller öffentlichen Investitionen stemmen und etwa 60 Prozent der Bauinvestitionen tragen. Ihr Defizit liegt inzwischen bei 31,9 Milliarden Euro.
