In einer Station bei Potsdam ziehen Tierpfleger 26 Schreiadler-Küken von Hand auf, damit sie im Herbst in die Freiheit fliegen können.

Stell dir vor, du bist ein kleiner Adler und deine Eltern können sich nur um ein Küken kümmern – obwohl zwei Eier im Nest liegen. Genau das passiert beim Schreiadler: Normalerweise überlebt nur eines der beiden Küken. Damit das Geschwisterchen nicht stirbt, greift die Nabu-Stiftung ein. Sie nimmt das zweite Ei aus dem Nest und brütet es in einer Aufzuchtstation bei Potsdam künstlich aus. In diesem Jahr sind so 26 Küken geschlüpft.

In der Station kümmern sich Pfleger rund um die Uhr um die kleinen Adler. Sie füttern die Küken mehrmals am Tag mit Mäusefleisch, wiegen sie und beobachten, ob sie sich gut entwickeln. Nachts kommen die Tiere in eine Voliere, damit Waschbären ihnen nichts anhaben können. Damit die Vögel später keine Angst vor Menschen haben, tragen die Pfleger sogar eine Adlermaske und einen Umhang – ein cooler Trick, oder?

Der Schreiadler ist die kleinste Adlerart, die bei uns brütet. In Deutschland leben nur noch rund 130 Brutpaare – und zwar nur in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Damit die Art eine Zukunft hat, wertet die Nabu-Stiftung außerdem Wiesen und Weiden auf, die den Adlern als Jagdgebiet dienen.