Norwegen denkt am 22. Juli 2026 an die 77 Menschen, die 2011 bei einem rechtsextremen Anschlag getötet wurden, und Überlebende kämpfen dafür, dass die Erinnerung nicht verloren geht.
Am 22. Juli 2011 hat ein Rechtsextremer in Oslo eine Bombe gezündet und ist dann auf die Insel Utøya gefahren. Dort hat er als Polizist verkleidet auf Jugendliche geschossen, die in einem Ferienlager der sozialdemokratischen Jugendorganisation waren. 77 Menschen wurden getötet, 69 davon auf Utøya. Magnus Håkonsen war damals 18 und hat nur knapp überlebt. Er sagt: „Ich kann nicht darüber sprechen, was passiert ist, ohne zu sagen, dass ich dort war.“ Vor dem Jahrestag fühlt er sich oft unruhig: „Es ist so ein schleichendes Gefühl“.
Heute helfen viele Menschen, dass Utøya nicht vergessen wird. Magnus Håkonsen ist Lehrer und erzählt seinen Schülerinnen und Schülern, was passiert ist. Merete Stamneshagen, deren Tochter Silje auf Utøya starb, hat zusammen mit Kronprinz Haakon in Oslo ein neues Mahnmal eröffnet. Ein 24-Jähriger namens Marcant geht auf TikTok gegen Rechtsextreme vor und stellt ihnen auf Demonstrationen Fragen, auch wenn er dafür täglich Morddrohungen bekommt. Auch der deutsche Verfassungsschutz warnt, dass Rechtsextreme in Deutschland weiter die größte Gruppe unter den politischen Extremisten sind.
